2. Juni 2018 Admin Rotter Horsemanship

Reiten nach der MKA

Worin liegt der Unterschied?

Ich kann von mir behaupten, dass ich, solange ich denken kann, mit Pferden zu tun hatte und ich zu reiten begann, sobald meine Beine länger waren als das Sattelblatt. Leider hatten meine Eltern nie die Möglichkeit mir ein eigenes Pferd zu finanzieren, aber ich habe zu jeder Gelegenheit die Möglichkeit bekommen meine Zeit mit Pferden zu verbringen. So durchlief ich diversen Reitunterricht über die Jahre und auch als ich mir dann zu meinem 30. Geburtstag meinen Aladin schenkte hörte die Weiterbildung diesbezüglich nicht auf. Im Gegenteil, der schöne Vollblutaraber brachte mich nur allzuoft an meine Grenzen. Teilweise hatte ich regelrecht Angst aufzusteigen. Was ich sagen möchte ist, dass ich, als ich zu meiner Trainerausbildung in den Bayerischen Wald fuhr um das Reiten nach der MKA zu erlernen, ich von mir behauptet hätte, ich könnte reiten. Zumindest so, dass ich mir keine Gedanken zu machen brauchte ein Pferd lenken zu können oder ähnliches.

Weit gefehlt, da war ich nun am ersten Tag mit Martin und seiner Nochesita. Hand by Hand (d.h. intensives Training über 5 Einheiten tgl.) und Martin vertraut mir sein Pferd an. Noche, die ohne Halfter zu reiten ist und auf jede, auch noch so kleine Hilfe reagiert. Und ich kann sie nicht einmal lenken! Was da in mir vorging, könnt ihr euch nicht vorstellen. Ich war ohne Zügelhilfe nicht in der Lage diesem Pferd zu kommunizieren in welche Richtung ich reiten möchte. Was hatte ich eigentlich die letzten 25 Jahre gelernt??? Wie sich herausstelle nicht viel, außer zu Ziehen, zu Zerren und zu Drücken. Nicht nur mein Pferd, sondern auch ich hatten nie gelernt nachzugeben. Im richtigen Moment loszulassen und so einen Lernprozess im Pferd anzustoßen, der für jegliche Kommunikation notwendig ist, das hat mir nie jemand beigebracht.

Total desillusioniert beendete ich diesen ersten Trainingstag. Am nächsten Morgen gab es dann nur zwei Möglichkeiten: aufgeben oder weiter machen… und laut Martin wird bei ihm nicht aufgegeben!

Ich blieb also dabei und heute weiß ich, dass nur ein leichter Druck in den Steigbügel und die Gewichtsverlagerung auf den entsprechenden Sitzbeinhöcker das Pferd in die richtige Richtung gehen lassen. Dass ein leichtes Bewegen der Finger das Pferd dazu veranlassen kann den Kopf zu senken. Dass ein Einsitzen und Kippen des Beckens Anhalten bedeutet. Dass ein Pferd dem Fokus folgt, den du setzt… Dass Reiten Leichtigkeit bedeutet und nicht harte Arbeit sein muss. Eine Schulterkontrolle im Trab ist wie Fliegen, so schön.

Jeder, egal wie lange er schon im Reitsport dabei ist, hat die Möglichkeit neue Wege zu gehen. Für sich neue Herausforderungen zu finden und Erfahrungen zu sammeln. Aladin war damals bereits 17 Jahre alt. Heute mit 21 kann ich ihn so leicht und entspannt reiten wie nie zuvor. Wer wünscht sich das nicht? Einen Partner, auf den man sich verlassen kann und der einem zuhört schon auf leichte Signale hin?

Macht euch auf, hört euren Pferden zu, gebt mehr nach … werdet glücklich im Sattel.

Das wünsche ich euch. Es lohnt sich!!!

 

 

 

 

 

 

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