Petra Rotter Blog

Natural Horsemanship

Selbstzweifel – Bin ich gut genug für mein Pferd?

An sich selbst manchmal zu zweifeln ist in meinen Augen nicht immer negativ zu sehen, auch wenn sich das im ersten Moment für so manchen Leser so anfühlen mag.  Im Gegenteil, an sich selbst zu zweifeln bedeutet für mich, sich und das was man tut, zu hinterfragen, vielleicht vor allem dann, wenn man das Gefühl  hat, es geht gerade nicht weiter und man vermeintlich in einer Sackgasse steckt. Diese Zweifel holen mich auf den Boden zurück und verhindern so Überheblichkeit und Arroganz.  Sich selbst manchmal in Frage zu stellen bedeutet ja nicht, dass man nicht überzeugt ist, von dem was man tut, es bedeutet für mich, dass ich offen für Neues bleibe, dass ich merke, wenn ich nicht weiter komme oder gar rückwärts gehe. Gerade im  Pferdetraining halte ich das für ausgesprochen wichtig! Ausschlaggebend ist nur, dass ich dann nicht mit mir hadere, sondern nach anderen Lösungswegen suche. Aus eventuellen Fehlern, die ich mache, lerne ich für das nächste Mal und ich gebe immer mein Bestes, auch wenn das manchmal nicht genug ist. Mein Trainer hat in diesem Zusammenhang einmal  zu mir gesagt: „Egal welchen Weg du  mit einem Pferd gehst, steh dazu und sei überzeugt davon. Bleib authentisch und glaubwürdig! Für dich, für das Pferd und letztendlich für deine Kunden. Wenn es einmal nicht so funktioniert, dann überlege und beginne von vorne. Sorge dafür, dass sich das Pferd bei dir und mit dir wohl fühlt.“

Was ich euch damit sagen möchte ist,  dass es kein Beinbruch ist auch Fehler zu machen, glaubt an euch und euer Gefühl  beim Training mit eurem Pferd, findet die Waage zwischen Selbstsicherheit und Selbstzweifel. Bleibt offen für neue Impulse und neue Wege. Mit Pferden lernt man nie aus. Jeder Tag  kann etwas  Neues bringen und dich weiter voran treiben.

In diesem Sinne – Be happy with your horses!!

 

Wie alles beginnt- Anfänge im Natural Horsemanship

Wie alles beginnt – Anfänge im Natural Horsemanship

Es gibt KEINE FREUND, BZW. PARTNERSCHAFT OHNE RESPEKT. Wenn eine der beiden Seiten, ob Mensch oder Pferd, keinen Respekt vor der anderen hat, ist keine echte Bindung möglich. Es gibt Besitzer und auch Trainer, die ohne jeglichen Respekt gegenüber ihres „Mitarbeiters“ Pferd, diesen zu ECHTER Zusammenarbeit bewegen wollen. Sie missbrauchen durch Gewalt und Ungerechtigkeit ihre Machtposition. Genauso aber gibt es tausende von Pferden, die Ihren Besitzer nicht „wertschätzen“. Von Beißen, Treten, Wegschubsen über Abbuckeln und Steigen gibt es noch viele andere Möglichkeiten, diese kundzutun. Der Unterschied ist nur, dass es viele Besitzer gar nicht wirklich bemerken und eben verharmlosen was in solchen Situationen vor sich geht. Pferde sind unglaublich gute Menschentrainer und haben uns oftmals voll im Griff…

Was wir als Mensch nun erkennen müssen, ist, dass man Respekt nicht erzwingen kann. Respekt vor jemanden zu haben ist IMMER EINE WAHL, die wir treffen, denn dies bedeutet gleichzeitig meinem Gegenüber zu VERTRAUEN. Deshalb analysieren wir unser Gegenüber ganz genau: Körperhaltung, Handlung, Konsequenz, Ehrlichkeit, AUTHENTIZITÄT. Nicht anders ist das bei Pferden. Wie tritt der Mensch auf? Meint er das, was er sagt, ernst? Bin ich bei ihm sicher? Kann er im Notfall (Säbelzahntiger) auf mich aufpassen und mich beschützen? Wir können nach außen noch so große Handlungen vollführen, wenn die INNERE HALTUNG dazu nicht stimmt, werden wir keinen Erfolg haben. Pferde spüren das. Deshalb sei überzeugt von dem was du tust, stelle dir die Übung vor wie sie aussehen soll, sei dir sicher, dass es funktioniert und dann handle danach… du wirst überrascht  sein!!

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Erwartungshaltung und Erfolg

Kennt Ihr das?

Wir sind voll motiviert und nehmen uns vor von nun an jeden Tag mit unserem Pferd, bzw. Pferden zu arbeiten, schließlich muss da ja was vorwärts gehen!!!
So ging es mir letzte Woche. Meine beiden Jungs und ich sind auf dem Land zuhause. Ein schöner Offenstall, aber leider ohne Halle um auch bei schlechter Witterung regelmäßig zu trainieren was man sich so schwer erarbeitet hat. Zum Glück habe ich die Möglichkeit in einem Stall, ca. 10 km von uns entfernt, die Reithalle gegen ein kleines Entgelt zu nutzen. Um die Fahrt dorthin auch sicher zu nutzen habe ich beschlossen gleich beide Pferde einzuladen und während ich mit dem Einen in der Halle arbeite, kann der Andere draußen auf einem Paddock gemütlich Heu fressen und sich entspannen…. So zumindest der Plan.
Also beide Pferde rein in den Hänger, was kein Problem darstellt und los gehts. In der Reitanlage angekommen, erstmal Ausladen…wen von Beiden nehme ich denn nun als Ersten? Den kleinen Joker, der noch sehr unsicher ist, weil erst seit gut 3 Monaten unter dem Sattel oder Aladin meinen reiseerprobten Senior. Kurzentschlossen der Joker startet. An der Anbindestange war noch alles in Ordnung, beide Pferden stehen ruhig nebeneinander während ich Joker aufsattle und vorbereite. Aladin wird auf das Paddock mit ausreichend Heu verfrachtet. Kaum bin ich mit Joker in der Halle um vor dem Reiten noch etwas Bodenarbeit zu machen, die Basics quasi zuerst abrufen, geht das Gewieher los… Der Joker schreit nach Aladin, von draußen kommt das Echo zurück. Noch nie war der Kleine so durch den Wind. Wenn ich mit ihm alleine unterwegs bin ist er die Coolness in Pferdegestallt. Heute ist er kaum zur Konzentration zu bewegen, Kopf oben, wildes Rumgebuckel, die einfachsten Übungen funktionieren nur fadenscheinig. Trotzdem: Rauf auf’s Pferd. Meine Reitlehrerin wartet schon. Das erste Mal bei Ihr Unterricht mit dem Neuling unter dem Sattel. Ich war soooo stolz die letzten Male, wie toll er alles gemacht hat und heute: NIXN…!!! Ok…. 😳 Noch bin amüsiert und ruhig, denke an das, was ich vom Martin (Kreuzer) gelernt habe, ohne Emotion und immer gerecht bleiben. Steter Tropfen höhlt den Stein…
Nach einer halben Stunde beenden wir die Einheit und ich tausche die Pferde. Währenddessen werde ich von „Passanten“ auf dem Reiterhof etwas schräg von der Seite gefragt, ob meine Pferde noch sehr jung und unerfahren währen, da so unruhig und aufgeregt. Und ob da wohl arabisches Blut eine nicht unerhebliche Rolle spielen würden – nerv!!! 👿
Wieder zurück zur Halle, nun mit Aladin, und Joker kommt auf’s Paddock. Ich muss erwähnen, dass ich vor gerade mal 3 Wochen auf einem Wochendendkurs im Bayerischen Wald in der Martin Kreuzer Akademie war und ich dort sozusagen einen absoluten Höhenflug hatte, was die reiterliche Kunst auf Aladin betrifft. Vor nicht einmal einem halben Jahr bin ich nach 10 Jahren Westernkandarre auf ein einfaches Snafflbit umgestiegen und Aladin lief einfach nur butterweich! Meine Reitlehrerin schon eher skeptisch: „Snafflbit und Einohrzaum – sportlich…!“
Na, dir beweise ich, dass es super funktioniert! Denkste…!! Aladin hat nur die Rübe oben, wie früher (soviel zum Thema: Trinker der Lüfte), ist kaum zu bremsen, rennt praktisch unter mir davon und dazwischen ab und an ein herzzerreissendes Wiehern nach seinem Kumpel draußen. Mehr als auf dem Zirkel reiten und zu versuchen das Ganze irgendwie einigermaßen zu kontrollieren ist nicht drin. Ich bin den Tränen nahe…würde am liebsten sofort vom Pferd steigen und für immer aufhören mit dem Reiten! Ich bin einfach zu doof dafür…!! Irgendwie überstehen ich und auch meine Pferde den Ausflug in die Nachbarschaft dann doch. Den ganzen Heimweg überlege ich im Auto, was da wohl schief gelaufen ist….??

Mein Fazit 💡 : Zu viel Erwartung, ob nun an mich selbst, oder an meine Pferde, macht die ganze Sache einfach unentspannt. Meine Angespanntheit überträgt sich ungefiltert auf die Pferde und blockiert. Keiner sagt, dass es immer auf den Punkt funktionieren muss. Warum muss ich irgend jemandem beweisen wie toll wir sind? Der Umgang miteinander, ob am Boden, oder auf dem Rücken des Pferdes, soll Spaß machen und zwar beiden Parteien. Wir sollten nicht mehr zählen wie oft wir etwas versuchen, das Pferd tut es ja schließlich auch nicht. Laßt uns Freude mit einander haben und den Leistungsdruck, den wir uns meist selbst auferlegen, einfach mal beiseite schieben. Ihr werdet feststellen, das macht so Einiges um so Vieles leichter.

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„Nur“ Freizeitreiter?

Immer wieder während meiner Tätigkeit als Trainerin mache ich die Erfahrung, dass Pferdebesitzer zu mir kommen, mit ihrem Pferd arbeiten und vorankommen wollen und sich schon vorab „entschuldigen“ mit den Worten: “ Ich bin ja nur Freizeitreiter.“
Nur Freizeitreiter, was soll das heißen? Überlegen wir doch einmal was wir so alles mit unseren Pferden machen können, wobei sie uns Spaß bereiten und wie vielseitig sie doch sind….

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Hallo Horse-Männer und – Frauen,

Ein neues Jahr beginnt. Ein Jahr mit vielen Vorsätzen – so wie jedes Jahr – und hoffentlich ein Jahr mit viel Zeit für Ihre Pferde. Vielleicht hat der ein oder andere Lust einmal etwas Neues zu wagen und sich auf die artgerechte Kommunikation mit seinem Pferd einzulassen. Hat Lust sich selbst zu spiegeln in seinem Pferd und Körpersprache zu lernen, die von innen kommt. Es gibt keine größeren Lehrmeister als Pferde diesbezüglich! Wenn ja, dann wünsche ich Ihnen ganz viel Spaß dabei und wenn ich Ihnen dabei helfen kann mit Rat und Tat bin ich gerne dabei!!

Ich freue mich auf ein Jahr mit meiner persönlichen Leidenschaft, mit Pferden, und deren Besitzern. Ich weiß, ich werde wieder viel von beiden lernen.

Verhalte Dich natürlich – „Natural Horsemanship“
„Für ein Pferd ist es nicht natürlich sich in der Umgebung von Menschen aufzuhalten,
für uns Menschen ist es nicht natürlich sich auf ein Pferd zu setzen und es zu reiten.“

 

Deswegen liegt es in unserer Verantwortung, uns so natürlich – im Sinne des Pferdes – zu verhalten, wie es nur möglich ist.

Was ist natürlich für ein Pferd:
Körpersprache – Nonverbale Kommunikation
Pferde nutzen die natürliche Kraft des Fokus
Pferde haben eine Herdenstruktur – Sie suchen einen Führer
Pferde sind schnelle Lerner
Pferde sind Gewohnheitstiere – Wiederholung und Rhythmus führen zum Erfolg
Pferde haben eine natürliche Bewegungsdynamik: Derjenige der in der Lage ist die Beine des anderen zu kontrollieren, der führt

HORSEMANSHIP unterliegt den NATURGESETZEN
Um gutes Horsemanship zu praktizieren ist es notwendig mit dem zu arbeiten, was unsere Pferde von Natur aus „in sich haben“ (Hauptverstärker). Beispielsweise ist das Pferd von Natur aus ein Energiesparer und deshalb kann ich als Belohnung, Motivation oder Korrektur „Ruhe gegen Arbeit“ verwenden. Immer wenn mein Pferd auf Grund meiner Anforderung ein erwünschtes Verhalten zeigt, bekommt es Ruhe in Form von Druck wegnehmen, Stillstehen, usw. Immer wenn es ein unerwünschtes Verhalten zeigt, versorge ich es mit kontrollierter Arbeit in Form kleiner Zirkelarbeit oder Volten im Trab, usw. Dies bedeutet für das Pferd, dass ich als Lob oder Korrektur das verwende, was das Pferd auf Grund seines Instinktes versteht und ich ihm nicht „beibringen“ muss. Hierbei ist der Lernerfolg um ein vielfaches schneller und vor allem dauerhaft! Dies, nur als ein Beispiel, bedeutet „natürlich“.

Um gut mit Pferden – im Sinne von natürlich – umgehen zu können, solltest Du Geschicklichkeit in folgenden Gebieten erlangen:

Bodenarbeit:
Die Arbeit am kurzen Seil mit Stick
Die Arbeit am langen Seil mit Stick (Distanz)
Die Freiarbeit ohne Seil nur mit Stick
Die Freiarbeit ohne Seil und ohne Stick
Die natürliche Kraft des Fokus
Körpersprache, Rhythmus, Flexion, Impulsion

Damit Ihre PARTNERSCHAFT mit Ihren Pferden – im Sinne von natürlich – zum Erfolg führt, bietet die MKA – Horsemanship Academy für jede Entwicklungsstufe Kurse, Seminare und Camps sowie eine Zertifiziertes Trainerprogramm an.

Und ich als zertifizierte Trainerin der MKA für Horsemanship Bodenarbeit nun auch im Raum Augsburg.

(Quelle: www.martin-kreuzer.com; Trainingstips)

Muss das Pferd auf die Couch?!

Eines der besten Bücher zu diesem Thema ist meines Erachtens nach „Pferdeverhalten verstehen – Wege aus der Krise“ von Susanne Kreuer.

In diesem Buch werden detailliert die natürlichen Bedürfnisse und Verhaltensmuster der Pferde beschrieben. Ursachen von sog. Problemen und Auffälligkeiten dargestellt und auf deren Behebung eingegangen.

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